Kategorien &
Plattformen

Kirchenentwicklung 2019

Kirchenentwicklung 2019
Kirchenentwicklung 2019

Bischof Georg gibt Anstoß für Entwicklungsdialog

Bischof Georg hat die Bezirke des Bistum aufgefordert in einen (oder viele) "Entwicklungsdialog(e)" zu treten: Den Blick zu weiten auf die Welt hin, die uns umgibt. Hinter die Dinge, die Fassaden zu schauen und die "Freude und Trauer, Hoffnung und Angst der Menschen" zu sehen. Nicht zu warten, dass die Menschen zu uns kommen. Sondern zu ihnen hin zu gehen. Zu fragen, was wir ihnen Gutes tun können. Und wahr zu nehmen, was sie Gutes haben und auch mit uns teilen wollen. "Mehr als Du siehst!" - so titelt die Bistumsinitiative.

Und der BSR Westerwald hat diese Anregung aufgegriffen und für das Jahr 2019 drei Vorstöße in die uns umgebende Welt gewagt. Kurze Berichte davon werden hier erscheinen. Herzlichen Dank allen Beteiligten!

Auch die Klausurtagung 2018 der Hauptamtlichen hat sich diesem Thema gewidmet unter dem Motto: "Wir haben Gottes Spuren festgestellt ..."

Arbeitsgruppe 1: Dialog untereinander und Glaubensfreude

Wodurch entsteht Glaubensfreude?

Glaubensfreude als Gemeinschaftserfahrung
Begeisterung, Mitgerissensein
als Gewinn durch besondere Veranstaltungen (z.B. Heiligsprechung Katharina Kasper, …)
Glaubensfreude als Einzelerfahrung schenkt innere Zufriedenheit

Elemente/Bausteine von Glaubensfreude

  • gemeinsame Gebete, Lieder als Grundlage unseres Glaubens
  • gleichberechtigtes Gespräch (Wie können wir das erreichen?)
  • Authentizität in der Glaubensvermittlung (Wie gelingt uns das?)
  • Glaubensfreude ist vermittelbar in Gemeinschaft
  • Frage an jeden einzelnen: Was hilft mir/dir dabei, Glaubensfreude auszustrahlen?

    Wodurch entsteht Glaubensfreude bei mir? Wie kann ich sie ausstrahlen?
  • Musik (z.B. gemeinschaftliches Singen, …), die anrührt
  • gemeinsames Gebet
  • Beziehung herstellen (z.B. informelle Gesprächsrunde in Kleingruppen)

    Vorschläge für BSR
  • sich gegenseitig erzählen, wo/wann in letzter Zeit Glaubensfreude erfahren wurde
  • von etwas berichten, was in Kirche/Gemeinde/… als positiv erfahren wurde
  • Feedback im BSR: Wie arbeiten wir miteinander im BSR? positiv wie negativ

 

Arbeitsgruppe 2: Dialog mit "Menschen guten Willens"

Die Arbeitsgruppe gab sich den Titel: "Gemeinsam mit Menschen guten Willens zum Wohl der Menschen und der Schöpfung" 

Sechs Mitglieder des BSR trafen sich nach dem geistigen Einstieg in den Entwicklungsdialog und überlegten, in welcher Form es möglich ist, diesem etwas sperrigen Titel gerecht zu werden. Grundlage und Ziel einer Aktion sollte die "gegenseitige Bereicherung" sein. Folgende Punkte sind dabei wichtig:

* Menschen guten Willens treten in Dialog und hören voneinander
* Aufeinander zugehen und Berührungsängste abbauen
* Wertschätzung gegeneinander zeigen und leben
* Wie nehmen wir uns wahr?

Jedes Mitglied der Arbeitsgruppe sollte einen Menschen mitbringen aus einer "Lebenswelt", die uns als katholischem Bezirk im Westerwald nicht sehr nahe steht. So kamen am Abend des 9. Januars in der "Denk-Bar" der Pfarrei Wirges dann 12 Personen zu einem "Erzähl-Cafe" zusammen: Eine geflüchtete Muslima, eine engagierte Umweltschützerin, eine zur evangelischen Kirche konvertierte junge Frau, ein am AIDS-Gottesdienst Beteiligter, eine evangelische Engagierte aus Flüchtlingshilfe & Tafelprojekt, eine vegan lebende und food-sharing betreibende Studentin. Und natürlich sechs Mitglieder des BSR, mit ganz unterschiedlichen kirchlichen und privaten Biographien.

Wie immer war die Zeit für den sehr anregenden und informativen Austausch viel zu kurz. Aber alleine die Vielfältigkeit des Engagements und die Vertrautheit begeisterter Menschen zu erleben, war ein bleibender Gewinn des Abends. Viele etwaige Vorbehalte und Unkenntnisse konnten mit einer großen Leichtigkeit überwunden werden. Der Wunsch und die Freude an einer weiteren Zusammenarbeit war allen an zu merken. Wie diese sich aber gestalten könnte, wäre eine Aufgabe für den scheidenden oder neu gewählten Bezirkssynodalrat.

Auf jeden Fall: ein gelungener erster Blick, der uns hat viel mehr sehen lassen, als wir erwarteten.

Arbeitsgruppe 3: Unterwegs zu den Menschen und deren Lebenswelten

Ziel der Arbeitsgruppe:

Wie können wir andere Lebenswelten kennenlernen?

Was wurde getan?

In zwei Treffen hat sich die Arbeitsgruppe zum Gespräch getroffen. Die Leitfragen waren:

In welchen Netzwerken bewegen wir uns? Wo sind unsere blinden Flecken?

Im ersten Treffen haben wir uns intensiv über unsere Lebenswelten ausgetauscht. Schon am Beispiel des familiären Netzwerkes wurde deutlich, dass dort viele Lebenswelten präsent sind. Sie gehen von kirchlich orientiert bis zu nicht-christlich. Schon im engen familiären Umfeld „ticken“ die Menschen ganz anders als wir, auch in Fragen nach Sinngebung, Glauben und zur Haltung zur Kirche.

Kennzeichnend ist die Erfahrung, dass man selbst als Person akzeptiert und wertgeschätzt wird, aber häufig Unverständnis herrscht, wenn wir uns als „kirchlich engagiert“ äußern. Zudem teilen wir die Erfahrung, dass wir bei unserem Tun innerhalb der kirchlichen Strukturen einen Teil dieser Lebenswelten anscheinend ausblenden. Wenn wir unseren „kirchlichen Mantel“ umhängen, sprechen wir anders, haben andere Themen und grenzen uns dadurch ab – und schrecken andere ab. Gleiche Thematiken werden im Freundeskreis von uns anders behandelt als in kirchlichen Zusammenhängen.

Was sind unsere Empfehlungen und Ideen zur Weiterarbeit im BSR?

Wir wollen das, was wir selbst im Alltag erfahren, fruchtbar machen und möchten im BSR eine Form finden, wo dies gefragt und möglich ist.

Es geht auch darum, uns an anderen Aktionen zu beteiligen und die Aktionen, an denen wir beteiligt sind, auch zu Gehör zu bringen (z.B. erlassjahr.de).

Wir möchten die Menschen in ihren Lebenswelten erstnehmen und wertschätzen, gerade auch in ihren oftmals diffusen religiösen Fragen und Sehnsüchten.

Wir möchten unsere verschiedenen Sichtweisen einbringen und lebendig diskutieren.

Was ist uns aufgefallen?

Wir kamen in unseren Gesprächen über die Thematik immer wieder zu dem Punkt, wo wir über uns gesprochen haben und wir selbst im Mittelpunkt standen.